Nun wissen wir schon, dass die Arbeitsbedingungen in der Bekleidungsindustrie und das System, worin Fast Fashion Klamotten produziert wird, weit von einem perfekten System entfernt ist. Die Arbeiter sind jede Woche gezwungen, eine Menge Überstunden zu machen und sie werden für ihre Bemühungen sehr schlecht bezahlt. Aber wenn man dazu die weit verbreitete Misshandlung erwägt, ist es wirklich ein beschämender Witz, was diese Menschen ertragen müssen, um sich um ihre Familien zu ernähren.

Das Asia Floor Wage Alliance– ein internationales Gewerkschaftsbündnis und Arbeitsrechten Aktivisten- haben vor kurzem drei Berichte veröffentlicht, die ein schlechtes Licht auf die Bekleidungsfabriken in Asien werfen, worin die Details von dem Missbrauch, den die Arbeiter (die Mehrzahl davon sind junge Frauen) jeden Tag ausstehen müssen. Im Mittelpunkt dieses Berichtes werden Walmart, Gap und H&M beschrieben. Alle sind weltweite Marken, die spottbillige Arbeitskräfte in armen Ländern ausfindig machen, damit sie nicht nur die niedrigen Mindestlöhne ausnutzen können aber auch den Mangel an Rechtsausübung- wenn die Arbeiter überhaupt Rechten haben.

Die Berichte enthalten detaillierte und glaubwürdige Informationen, inklusive Hunderte von Interviews mit den Bekleidungsfabrikarbeitern, die tatsächlich in Fabriken arbeiten, in denen H&M, Gap und Walmart ihre Klamotten herstellen lassen. Die Forschungsergebnisse sind regelrecht entsetzlich.

Ich habe darunter einige Beispiele von dem schrecklichen Missbrauch hervorgebracht, die mich besonders erschüttert haben. Ich möchte es aber ganz klarmachen, dass es keine  seltenen Fälle sind, sondern tägliche Geschehnisse.

 

  • Obwohl sie das Brandschutzabkommes Accord vor drei Jahren unterschrieben haben, lässt H&M noch ihre Klamotten in Fabriken herstellen, die ohne Notausgänge ausgestattet sind.
  • Illegale, kurzfristige Verträge: Arbeiter fehlt Jobsicherheit und Verträge werden nicht erneuert, wenn die Arbeiter ‘Ärger’ verursachen, z.B., wenn sie sich über Mobbing beklagen oder sie in eine Gewerkschaft eintreten.
  • Arbeiter in Indien arbeiten bis zum 17 Stunden pro Tag, das heißt acht Überstunden, und beenden ihre Arbeit um 2 Uhr morgens, um Herstellungsziele zu erreichen.
  • Massen-Ohnmachten finden regalmäßig statt, verursacht nicht nur durch hohe Temperaturen, intensiven chemischen Gebrauch und schlechte Belüftung aber auch von der mangelhaften Ernährung der Arbeiter. Keine genügenden Pausen und Geld heißt, dass sie unter einem Mangel an Kalorien leiden, die notwendig sind, um ihre schwere, industrielle Arbeit auszuführen.
A woman being treated in hospital after fainting during work
Eine Frau, nachdem sie Ohnmachtig während ihrer Arbeit gefallen ist
  • Frauen sind häufig der Gewalt und der sexuellen Belästigung von ihren Mitarbeitern und Leitern unterworfen.
  • Arbeiter bekommen kein Sicherheitstraining oder Schutzkleidung. Mit Zeit verursacht die ständig Chemie- und Staub-Aussetzung viele schwere Krankheiten, wie z.B., Tuberkulose und andere tödlichen Lungenkrankheiten.
  • Viele Frauen werden während ihre Schwangerschaft gefeuert. Wenn nicht, dann arbeiten sie bis zu dem letzten Schwangerschaftstag. Eine Tat, die das Leben der Mutter und des Babys gefährdet. Dabei wird ihr Vortrag nicht erneut, wenn sie in den Mutterschaftsurlaub gehen.
  • Frauen bekommen eine Abtreibung, damit sie ihren Job behalten können.

 

Leider gibt es nur zwei Dinge, worum die Fast Fashion Marken sich sorgen:  Der Gewinn und das Image des Unternehmens. Also können solche Berichte wirklich das Image dieser Modemarken schaden?

Ja und nein würde ich sagen. Ja, unter der Voraussetzung, dass Menschen die Berichte tatsächlich lesen und die Details in die Massenmedien gelangen. Dann konnten Verbraucher eine Stellung dagegen einnehmen, mit ihrem Geld abstimmen und eine Veränderung von den Marken fordern.

Stell dir kurz vor, dass du eine dieser Frauen wärst, oder eine deiner Verwandten, die diese grauenhaften Bedingungen tagtäglich dulden müssen. Was würdest du dagegenmachen? Wäre es dann so akzeptabel? Ich erwarte ein überwältigtes “NEIN!” Doch jedes Mal, wenn du etwas von einer solchen Modemarke kaufst, die mit diesen Bedingungen funktioniert, billigst du solches Verhalten.

Auf der anderen Seite würden diese Berichte nicht unbedingt dem Image der Modemarken schaden, weil es leider nicht normalerweise der Fall ist, dass sie in den Nachrichten und überall verkündigt werden. Deshalb gehen solche Themen größtenteils unbemerkt vorbei.

Die Marken haben auch die Macht, Milliarden von Dollarn pro Jahr in Werbungen zu investieren, damit sie Verbraucher zwingen können, ihre billigen Klamotten zu kaufen. Irgendeine Verletzung gegen Menschen oder die Umwelt in ihrer Lieferkette sind mit Greenwashing verschleiert. Eine neue Kollektion recycelte Kleidung oder eine Ankündigung von einer Partnerschaft mit einer NRO (Nichtregierungsorganisation) wird besonders herausgestellt und die schlechte Sachen werden verborgen, damit die Kunden treu bleiben und nichts sich bessert.

The polluted area where workers live and work
Der verschmutzte Bereich, wo die Arbeiter wohnen und arbeiten

 

Was mehr muss eigentlich geschehen, damit solche Modemarken aufstehen und endlich die Verantwortung dafür übernehmen, was in ihren Fabriken passiert?

 

Weit verbreiteter Missbrauch entdeckt in H&M, Gap und Walmart Fabriken
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