Wenn man an Sklaverei denkt, fallen wahrscheinlich einem Bild von Ketten und Fesseln ein. Bilder von Leuten, die auf Feldern und in Minen arbeiten. Wahrscheinlich denkt man sogar, dass Sklaverei seit dem 19. Jahrhundert nicht mehr existiert. Und wenn einem völlig bewusst ist, dass Sklaverei heutzutage noch vorhanden ist, vermutet man, dass diese nur in von Kriegerschütterten Ländern gibt. Sklaverei könnte überhaupt nicht in einem zivilisierten Land geschehen oder von zivilisierten Geschäftsleuten praktiziert werden, oder?

Doch schätz die Internationale Arbeitsorganisation (ILO), dass es rund um die Welt etwa 21 Millionen Sklaven gibt. Lediglich 2 Millionen Menschen werden von Rebellengruppen ausgebeutet. Das heißt, dass 19 Millionen Menschen als Sklaven für private Firmen arbeiten.

 

So wie alles in der Welt ist auch Sklaverei seit dem 19. Jahrhundert modernisiert worden. Ohne die Ketten und Ähnlichem ist sie nur leider nicht so augenscheinlich wie früher. Und sie kommt häufig in der Bekleidungsindustrie vor.

Moderne Sklaverei nimmt verschiedene Formen an. Gebundene Arbeit ist die verbreitete Art von Sklaverei in der Welt. Menschen sind gezwungen, ihre Schuld durch Arbeit zurückzuzahlen. Aber sie werden so schlecht bezahlt, dass sie keine Hoffnung haben, den Kredit jemals auszugleichen.

Ebenso stellen Arbeitszwischenhändler junge, verletzbare Menschen aus kleinen Dörfern ein. Diese Menschen müssen den Zwischenhändler eine hohe Gebühr bezahlen, damit sie einen Job in einer Bekleidungsfabrik bekommen. Das Problem damit ist, dass die Gebühr übermäßig groß ist und deshalb die Menschen einen Kredit dafür aufnehmen müssen, um die Zinsen zurückzuzahlen. Doch das ist mit ihren erbärmlichen Löhnen natürlich unmöglich und der Zwischenhändler hat sie schließlich komplett in seiner Gewalt. .

Menschenhandel ist auch eine Art von Sklaverei. Menschen von armer Herkunft wird ein besseres Leben und ein wunderschöner neuer Job versprochen. Diese Menschen werden dann an jemanden verkauft und ihre Pässe und andere wichtige Dokumente werden auch beschlagnahmt. Obwohl Sklaverei heutzutage anders scheint, ist sie im Prinzip die gleiche: Menschen werden unter unvorstellbaren Bedingungen ausgebeutet und vergewaltigt, um andere Leute reich zu machen.

Der Bericht des Apparel Industry Trends 2015 von Baptist World Aid stellteheraus, dass 91% der Modemarken nicht wissen, wo ihre Baumwolle herstammt. 75% wissen auch nicht, wo ihr Stoff herstammt. Dieser Bericht enthält Informationen von 59 Geschäften, die über 200 der weltweit vertretenen Modemarken besitzen. Und sie sind nicht alle kleine und unbekannte Marken. Viele von denen sind Industrieführer und machen jedes Jahr einen Gewinn von Millionen, während sie genauso viele Kleidung am Fließband herstellen. Es gibt wirklich keine Entschuldigung dafür, warum diese Modemarken diese wichtige Informationen ihrer Lieferkette nicht wissen. Offenbar ist die wichtigste Frage für diese Unternehmen nicht, wie ihre Kleidung hergestellt werden, sondern wie viel die Herstellung kostet.

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Solche Nachlässigkeit und Mangel an Transparenz führt zur Sklaverei in der Textilindustrie.

Jedoch geht das Unternehmen Patagonia mit einem guten Beispiel in der Textilindustrie voran, wenn es um Sklaverei in der Bekleidungslieferkette geht. In Jahr 2011 wurde es durch Audits aufgedeckt, dass Patagonia ein Vertrauen von Arbeitszwischenhändler in ihrer eigenen Lieferkette hat. Und weißt du, was sie dafür gemacht haben? Sie haben einen Blog Artikel darüber veröffentlicht und zugegeben, was sie herausgefunden haben. Und zudem haben sie ernsthafte Schritte vorgenommen, um das Problem zu lösen. Neue Standards sind eingeführt worden und ein Verbot dafür, dass Arbeiter eine Geldsumme an Arbeitszwischenhändler bezahlen müssen. Entweder müssen die Unternehmen die Gebühr bezahlen oder siemüssen Arbeiter ohne einen Zwischenhändler finden. Unglaublich, oder? Eine Modemarke übernimmt die Verantwortung für etwas Entsetzendes in ihrer Lieferkette, statt die Schuld einfach weiterzugeben oder das Problem völlig zu leugnen.

Die UK Regierung hat vor Kurzem ein neues Gesetz gegen moderne Sklaverei (Modern Slavery Act 2015) eingeführt, in der Hoffnung, die Transparenz in Geschäften zu erhöhen und somit Sklaverei auszurotten. Unternehmen, die einen Jahresgewinn von über 45 Millionen Euro haben und innerhalb Großbritannien ansässig sind, müssen jetzt einen jährlichen Sklavereibericht veröffentlichen, der Informationen darüber enthält, wie das Unternehmen sicher stellt, dass Sklaverei in ihrer Lieferkette nicht existiert und über ihre Grundsätze in Bezug auf Sklaverei und Menschenhandel.

Das Gesetz ist zweifellos eine Bewegung in die richtige Richtung und es hebt die Notwendigkeit von Regierungshilfe hervor, um auch in den Fällen Grundsätze durchzuführen, in denen das Unternehmen keine Verantwortung übernimmt. Leider gibt es zu viele Modeunternehmen, deren Interesse sich auf Geld beschränkt, anstatt auf ihrer Auswirkung auf die Gesellschaft. Deshalb werden solche Gesetze entwickelt, um sich um normale Menschen zu kümmern. Im Laufe der Jahre wird es interessant werden, zu beobachten, wie dieses Gesetz gegen moderne Sklaverei Veränderungen in der Textilindustrie und Modegeschäfte beeinflussen wird.

 

Wusstest du schon, das Modernesklaverei in der Textilindustrie existiert? Teile deine Gedanken darüber mit!

 

Sklaverei ist noch nicht Geschichte
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