Möchtest du am Wochenende einkaufen gehen?

Willst du dabei ethische und bewusste Entscheidungen treffen?

Hast du keine Zeit (oder Lust) eigene Forschung zu betreiben?

 

Transparenz in der Lieferkette (wer, was, wo, wann und wie) wird immer wichtiger in der Textilindustrie. Menschen beginnen die Herstellungszustände ihrer Kleidung. zu hinterfragen. Sie wollen wissen, wie ethisch und nachhaltig ihre Lieblings-Modemarken sind. Aber woher genau kann man Antworten auf solche Fragen bekommen? Man kann danach googlen, man könnte auch die Berge von Nachhaligkeitsberichten lesen oder man könnte sogar das Unternehmen kontaktieren und selbst kritische Fragen stellen. Aber das hört sich eher nach viel Aufwand an, oder?

Aber du hast Glück! Denn es gibt schon viele verrückte Leute, die diese Arbeit bereits erledigt haben. Sie haben sich fast bis zur Erschöpfung bemüht und zahllose Stunden damit verbracht, Berichte zu lesen und das Internet zu durchforsten, um tonnenweise Informationen zu sammeln. Diese können dir wichtige Details über die Modeketten verraten, von denen du so gerne kaufst (Űbrigens war ich auch eine jener verrückten Forschungsleute deren Kopf fast explodiert ist).

Dank intensiver Forschungsarbeit wurde eine Vielzahl an Websites aufgebaut, die euch zusammengefasste Details über unzählige Marken liefern. Die Forschungsergebnisse werden häufig als ein Rangsystem oder in Form einer Wertungsliste präsentiert.

So jetzt, da diese zeitaufwendige Arbeit bereits für dich gemacht wurde, kannst du in die große Welt hinausgehen (oder zumindest zum Einkaufszentrum deines Vertrauens) und  bewusste Entscheidungen machen.

 

Good On You App (Englisch und kostenlos)

  • sortiert nach Marken, Waren oder Läden
  • zusammengetragene Infos über Nachhaltigkeitsbemühungen der Unternehmen
  • Menschen, Umwelt und Tiere werden ebenso in der Wertungsliste berücksichtigt
  • bringt öffentliche Informationensquellen zusammen
  • man kann die Marke direkt per Kontaktformular anschreiben
  • vorgeschlagene Liste von Händlern und Unternehmen sowie deren Markenangebot in deiner Nähe
  • Läden zeigen dir auch ihr individuelles Markenangebot
  • App Knopf mit Markensortiment

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Project Just (English)

  • Angabe von Information, in Bezug auf Unternehmengroße und Gesellschäftsmodell, Arbeitsrichtlinien, Transparenz, zukünftige Ziele, Gemeinschaft, Management, Umwelt und Innovation
  • Markencheck bezüglich Vorteile und Nachteile
  • Marken-Suchmaske
  • sehr gründliche Recherche von Informationen
  • Möglichkeit der Hinzufügung von Informationen
  • kompakt und schnell durchlesbar
  • Quellennachweis mit Links

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Der Australische Mode Bericht 2015 (The Australian Fashion Report 2015 enthält auch internationale Marken, aber wurde von einer australischen Organisation verfasst- Baptist World Aid)

(Englisch)

  • beinhaltet gesamten Rang, zwischen A+ und F (Fokus auf Nachverfolgbarkeit, Transparenz, Überwachung u. Training sowie Arbeitsrechte)
  • 41 Fragen bewerten 59 Marken, Antwortmöglichkeiten ja, nein oder teilweise
  • Berücksichtigung, ob Mindestlohn bezahlt wird oder nicht
  • sehr gründliche Informationsrecherche

australian fashion report australian fashion report other

 

Rank-A-Brand (Englisch und Deutsch)

  • gezielte Fragen und Antworten mit Quellenhinweis
  • Fragen basieren auf Klimawandel, Arbeitsrichtlinien und Umwelt
  • Zusammenfassung der Nachhaltigkeitsbemühungen seitens der Unternehmen
  • Wertungsliste zwischen A und E
  • Vergleich der Ergebnisse mit ähnlichen Marken

rankabrand

Ethisch Mode Handbuch (Ethical Fashion Guide) (Englisch)

(PDF herunterladen)

  • aktuelle und gekürzte Version des Australischen Modeberichts (Australian Fashion Report 2015)
  • enthält 59 Unternehmen und 219 internationale Marken
  • Ergebnisse präsentiert nach den Kriterien A, B, C, D oder F
  • Berücksichtigung von gezahltem Mindestlohn an Arbeiter

ethiacl fashion guide 2015

Activ Gegen Kinder Arbeit (Deutsch)

  • Firmenliste A-Z
  • nicht nur Modemarken
  • alle Informationen rund um das Thema ‚ausbeuterische Kinderarbeit‘
  • Farbsystem grün, gelb und rot
  • zusammengetragene Informationen basieren auf Produktionsweise, Unternehmenspolitik, Vorwürfe zu Kinderarbeit und Reaktionen, soziales Engagement, Bemerkenswertes (positiv oder negativ)

activ gegen kinderarbeit

Hilfe beim Einkaufen- Wie man ethische und nachhaltige Mode finden kann

3 thoughts on “Hilfe beim Einkaufen- Wie man ethische und nachhaltige Mode finden kann

  • March 12, 2016 at 7:45 pm
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    Schön zu sehen, dass hier eine Regelmäßigkeit Einzug erhält, und du versuchst praktische Hilfestellung zu liefern.

    Ich möchte noch einen Hinweis auf einen nachdenklichen Artikel aus “le bohémien” beisteuern, den ich heute gelesen habe:
    https://le-bohemien.net/2016/03/09/ethischer-konsum-ist-auch-keine-loesung/

    Er ist lang, er ist evtl. auch schwierig zu lesen, doch ich denke, es ist durchaus sinnvoll ihn in voller Länge zu konsumieren. Um einen persönlichen Gewinn daraus zu ziehen, muss man offen gegenüber dem, was der Autor versucht zu transportieren, sein – denn das konterkariert ein wenig die Heilsversprechen, denen wir folgen um “unseren kleinen Teil” bei zu tragen. Dies betriffte sowohl Kleidung, als auch die Fairtradebanane.
    Im Grunde ist “ethischer Konsum” lediglich ein Symptom einer tiefergreifenden Problematik, die sich mit noch so starkem Fokus darauf, was man wo kauft, nicht lindern lassen wird: Es ist ein systematisches Problem! Nach dem Aufkleben des Pflasters auf eine Wunde wird eine neue sofort an anderer Stelle wieder aufreißen. Ganz sicher. So zu sagen ein “Kampf gegen Windmühlen”. Es sei denn, man ändert die Rahmenbedingungen in den Köpfen, erlebt Empathie und ist auch bereit für das Wohl anderer Einschränkungen hin zu nehmen: _Weniger_ Konsum, nicht nur bewusster Konsum.

    Bis dahin bleibt “ethischer Konsum” das Pflaster auf den Wunden des eigenen Gewissens. wenn man es nicht als Endstation sieht, kann es ein hilfreiches Vehikel sein. Nicht weniger, aber auch nicht mehr.

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    • March 13, 2016 at 12:03 pm
      Permalink

      Danke Frank, dein Argurment ist sehr interessant und ich stimme teileweise zu. Persönlich gehe ich sehr kaum einkaufen. Wenn ich etwas brauche, gehe ich zu Secondhandläden. Aber das ist nicht immer möglich. Als Nächstes verusche ich etwas ethisches und nachhaltiges zu kaufen.

      In einer idealen Welt wird das ganze Modesystem Closed Loop, Zero Waste (also keine Verschendung) sein. Leider ist das noch nicht die Wirklichheit- es gibt aber einen Hoffnungschimmer dafür. Bisdahin brauchen Menschen eine Wahl zwischen Zero Waste und das schelchte Fast Fashion System, das die Modeindustrie dominiert.

      Die etische und nachhaltige Unternehmen sind eine gute Lösung dafür. Die veruschen eine guten Einfluss auf der Textilindustrie zu machen und eine Veränderung zu fördern. Innovation und eine Revolution der Textileindustrie wird Jahre, ob nicht Jahrzehnte, daueren. Diese Unternehmen haben den ersten Schritt dazu genommen. Menschen werden immer einkaufen gehen. Ich meine, dass es besser wäre, wenn sie bewusster Enscheidungen machen und solche Unternehmen unterstützen.

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      • March 19, 2016 at 8:51 pm
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        Im Grunde bestätigst du ja den Standpunkt des Artikels, der größtenteils auch meiner ist. “Ethischer Konsum” ist nur ein (möglichst) kurzer Übergang. Wohin auch immer. Eine Veränderung muss weiter gehen, denn das aktuelle Wirtschaftssystem bzw. das “Mindset” fördern Ausbeutung (von Menschen und Umwelt) schlicht durch (kurfristigen) wirtschaftlichen Erfolg ebendieser Strategie.

        Ein mögliches Ziel wäre von Konsumenten zum “Prosument” zu kommen. Der Mensch als aktiver, selbstgesteuerter Teil der Wirtschaft. Dieser kann Entscheidungen, die auf seinen Moralvorstellungen basieren treffen, und auch umsetzten statt darauf zu wartenn, dass jemand das passende Konsumgut anbietet.
        Wenn das interessiert, wäre ein Blick auf die Postwachstumsökonomie vielleicht interessant (http://www.postwachstumsoekonomie.de/).

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